Wir unterstützen medizinische Forschung
Die Deutsche Chirurgiestiftung engagiert sich in verschiedenen Initiativen zur Förderung von Berufspraxis, Ausbildung und Forschung in der Chirurgie sowie in verwandten Bereichen. Das zentrale Ziel ist die Unterstützung einer praxisrelevanten Medizin und anwendungsbezogenen Forschung, die den Bedürfnissen der Patienten gerecht wird.
Die Deutsche Chirurgiestiftung unterstützt das Projekt „Biomechanische Testung von Fadenankern zur Augmentation der Rotatorenmanschette nach Ruptur“ der Chirurgischen Klinik und Poliklinik des berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikums Bergmannsheil Bochum GmbH, Ruhr- Universität Bochum. In diesem Projekt wird die Wirksamkeit einer innovativen Technik untersucht, um das Re-Ruptur Risiko der Rotatorenmanschette nach operativ versorgter Ruptur zu minimieren. Das geplante Projekt konzentriert sich auf die biomechanische Testung von Fadenankern zur Augmentierung der Rotatorenmanschette. Die Supraspinatussehne spielt eine entscheidende Rolle bei der Stabilität und Funktionalität des Schultergelenks. In dem Projekt wird beabsichtigt, die Wirksamkeit einer innovativen Technik zu untersuchen, bei der ein zusätzlicher Brace-Faden einen Supraspinatussehnen-Riss nach Refixation vor einer Re-Ruptur schützen soll. Um diese Technik zu evaluieren, ist eine Reihe von biomechanischen Tests unter Verwendung von Kadavern als Modell geplant. Durch die Anwendung realistischer anatomischer Bedingungen und Belastungen kann die Stabilität und Festigkeit der Supraspinatussehne nach der Anwendung dieser augmentierten Fixationstechnik genau bewertet werden. Es werden verschiedene Belastungsszenarien simuliert, um die Leistungsfähigkeit der Methode unter verschiedenen Bewegungs- und Belastungsbedingungen zu prüfen. Ziel ist es, herauszufinden, ob die zusätzliche Verstärkung durch den Brace-Faden zu einer signifikanten Verbesserung der Reißfestigkeit der Supraspinatussehne und zur Vorbeugung von Re-Rupturen führt. Durch präzise Messungen und Analyseverfahren werden wir die Belastbarkeit der Sehne nach der Anwendung dieser Technik quantifizieren.
Ziel des Projekts ist es, neueren Methoden der Aufklärung (individuell angefertigte 3D-Modelle und Virtual-Reality-Modelle) im klinischen Umfeld zu untersuchen und deren Effekt in der Patientenaufklärung hinsichtlich Patientenverständnis aber auch der perioperativen Angst im Vergleich zur standardisierten Aufklärung mittels Papierbögen zu untersuchen. Untersucht werden sollen die Chirurgie des Handgelenks, das Karpaltunnelsyndrom, der mikrochirurgischen Gewebetransfer und die Brustchirurgie.
PDF Projektbeschreibung Mert, Thierfelder
Einige umstrittene Urteile und Studien haben die Diskussion um die Qualität forensischer Gutachten in die mediale und politische Öffentlichkeit gerückt. Erste Maßnahmen zur Qualitätssicherung wurden ergriffen, Weitergehende sind notwendig.
Dieses Anliegen greift das Kompetenzzentrum für Gutachten auf und schlägt die Durchführung eines Pilotprojekts zur professionellen Selbstkontrolle bei aussagepsychologischen Gutachten vor. Bisherige Initiativen fokussierten auf die Ausbildung von Gutachter*innen und damit auf den Input im Gutachterwesen. Aber auch der Output, also die Gutachten selbst, müssen einer nachhaltigen Qualitätssicherung unterzogen werden. Diese Möglichkeit bietet ein kollegiales Feedback-System, also ein Peer-Review-Verfahren. Bei wissenschaftlichen Publikationen gibt es bereits dieses Prinzip anonymer Überprüfung von Beiträgen durch Kolleg*innen.
Das Pilotprojekt dient der Anpassung und Erprobung des Peer-Review-Verfahrens auf das aussagepsychologische Gutachterwesen. Zunächst soll die Anpassung des wissenschaftlichen Peer-Review-Verfahrens auf das aussagepsychologische Gutachterwesen erfolgen. Dabei fließen die Erkenntnisse aus dem vorangegangenen familienpsychologischen Pilotprojekt ein. Gutachter*innen sollen dann online anonymisierte Gutachten im Kompetenzzentrum für Gutachten einreichen. Die eingereichten Gutachten sollen anhand von Beurteilungsbögen von zufällig ausgewählten Kolleg*innen anonym eingeschätzt werden. Das Ergebnis dieser Einschätzung erhalten die Gutachter*innen zurück. Diese werden dann gebeten, Rückmeldungen zur Anwendbarkeit der Beurteilungsbögen und zum Verfahren zu geben. In einem moderierten Fachgespräch setzen sich abschließend teilnehmende Gutachter*innen und Experte*innen mit den Rückmeldungen auseinandersetzen. Insgesamt sollen Empfehlungen für die Optimierung des Verfahrens, der Fortschreibung der Beurteilungsbögen und ggf. Positionen zu aufgeworfenen fachlichen Fragestellungen erarbeitet werden.
Ziel ist es, ein selbstkorrigierendes Feedback-System im Gutachterwesen auf der Basis kollegialer Zusammenarbeit zu entwickeln, um perspektivisch ein fachübergreifendes Qualitätssiegel zur Orientierung für die Praxis zu etablieren.
Die Abteilung für Handchirurgie, Plastische und Ästhetische Chirurgie führt ein klinisches Forschungsprojekt zum Thema "Digitalisierung in der Patientenaufklärung: 3D-Druck und Virtual Reality in der Handchirurgie, Plastischen und Ästhetischen Chirurgie" durch. Ziel des Projekts ist es, neueren Methoden der Aufklärung (individuell angefertigte 3D-Modelle und Virtual-Reality-Modelle) im klinischen Umfeld zu untersuchen und deren Effekt in der Patientenaufklärung hinsichtlich Patientenverständnis aber auch der perioperativen Angst im Vergleich zur standardisierten Aufklärung mittels Papierbögen zu untersuchen. Untersucht werden sollen die Chirurgie des Handgelenks, das Karpaltunnelsyndrom,der mikrochirurgischen Gewebetransfer und die Brustchirurgie. Die geplante Studiendauer beträgt 24 Monate.
In der kindschaftsrechtlichen Praxis wirken viele verschiedene Beteiligte mit: vor allem das Familiengericht, Jugendamtsmitarbeiter:innen, Verfahrensbeiständ:innen oder Familienrechtsanwält:innen. Eine besondere Schnittstelle stellt das Familiengericht und das Jugendamt dar. Wie bei Schnittstellen- und professionsübergreifenden Handeln erwartbar, kann es hier positive Effekte, aber auch Komplikationen und Hürden geben. Denn auch wenn für alle Beteiligte das Kindeswohlinteresse handlungsleitend ist, können die Einschätzungen zum Weg und die Umsetzung unter den einzelnen Verfahrensbeteiligten divergieren. Beispielsweise kann das Familiengericht Maßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe für sinnvoll erachten, die das Jugendamt jedoch ablehnt. Im aktuellen Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD heißt es: „Wir wollen die Qualitätsentwicklung und -sicherung sowie die Forschung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe, des Familienrechts und des Gutachterwesens voranbringen“ (KoaV Zeile 841-843). Daher soll das Projekt diese herausfordernde Schnittstelle zwischen Familiengericht und Jugendamt untersuchen. Ziel ist ein besseres Verständnis der kindschaftsrechtlichen Praxis, indem die unterschiedlichen Zuständigkeitsbereiche beleuchtet, positive Aspekte herausgearbeitet und etwaige Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt werden.
Diverse Medienberichte haben die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Frage nach der Qualität forensischer Gutachten – gerade im Bereich des Familienrechts – gelenkt. In den vergangenen Jahren wurde viel getan, um die Qualität von Gutachten zu verbessern. Zusammen mit anderen Berufsverbänden und Kammern haben wir unter Begleitung des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz die ‚Mindestanforderungen an Gutachten im Kindschaftsrecht‘ erarbeitet. Zudem hat der Gesetzgeber mit dem Gesetz zur Änderung des Sachverständigenrechts erstmals konkrete berufliche Qualifikationsanforderungen an Sachverständige in Kindschaftssachen festgelegt. Das Peer-Review-Verfahren wird vielfach zur Qualitätsprüfung und Bewertung von Beiträgen vor deren Veröffentlichung in wissenschaftlichen Zeitschriften eingesetzt. Hierbei geben sich Kolleginnen und Kollegen anonym fachliche Rückmeldung zu ihren Beiträgen. Ein solches Peer-Review-Verfahren soll nun für das Gutachterwesen in einem Pilotprojekt erprobt werden.
Die Gründung erfolgte am 10.11.2019 zwischen der Jiao Tong Universität in Shanghai, China, und dem International Medical College der Universität Duisburg-Essen, Deutschland. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, die Weiterbildung in Asien und Europa zu intensivieren und den internationalen Austausch zu fördern. Zu diesem Zweck werden gemeinsame Kurse in allen Bereichen der orofazialen Medizin durchgeführt. Das Training Center wurde in das ORO FACIAL RESEARCH AND EDUCATION CENTER (OREC) integriert, um modernen Online-Unterricht in einem Blended-Learning-Konzept mit praktischer Ausbildung in Kliniken und Krankenhäusern in China und Europa zu kombinieren. Verschiedene Diploma Courses und Short Courses bieten die Möglichkeit zur gezielten Ausbildung in vielen Spezialgebieten. Die Ausbildung findet unter der Leitung von international renommierten Professoren statt, die für eine hervorragende Qualität der Ausbildung sorgen. Nach Abschluss der Kurse bieten wir auch die Möglichkeit der telemedizinischen Begleitung bei der Planung und Durchführung von Operationen und Behandlungen.
Gutachten spielen in vielen Gerichtsverfahren im Kindschaftsrecht eine bedeutende Rolle. Sie unterstützen Richterinnen und Richter in ihren Entscheidungen. Diese betreffen die persönlichsten Grundrechte der Beteiligten. Umso wichtiger ist die Qualität dieser Gutachten. Bisher fokussierten sich Initiativen zur Qualitätssicherung auf die Ausbildung der Gutachter. Einen anderen Ansatz verfolgt das Pilotprojekt „Professionelle Selbstkontrolle – Online-Peer-Review-Verfahren für Gutachten im Familienrecht“. Hier geht es um die Idee, das Gutachten selbst einer nachhaltigen Qualitätssicherung zu unterziehen. Als Basis diente das aus der wissenschaftlichen Publikation bekannte Peer-Review-Verfahren, dass an die besonderen Anforderungen angepasst wurde.
Das Kompetenzzentrum für Gutachten ist ein Projekt der Deutschen Chirurgiestiftung. Dieser Träger gewährleistet die Gemeinnützigkeit, Unabhängigkeit und Neutralität des Projekts. Qualitätsgesichert und fachlich begleitet wird es durch einen interdisziplinären Fachbeirat und Kooperationspartner aus Wissenschaft und Praxis.
Ziel des Projekts ist die Qualitätsverbesserung und -sicherung von psychologischen und medizinischen Sachverständigengutachten im Rechtswesen sowie ein verbesserter Öffentlichkeitstransfer und Betroffenenschutz durch mehr Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Wissenschaftlichkeit im Gutachterwesen.
Die Kugelzellanämie ist die häufigste vererbte hämolytische Anämie. Bei dieser Erkrankung führt eine angeborene Formveränderung der Erythrozyten zu einer Blutarmut durch vermehrte Auflösung der roten Blutkörperchen in der Milz. Die chirurgische Standardtherapie ist die komplette Entfernung der Milz. Dies führt aber zu einem lebenslang bestehenden Immundefizit, das eine lebenslange Antibiotikaprophylaxe notwendig macht. Um diese folgenschwere Nebenwirkung zu minimieren, wurde ein standardisiertes, milzerhaltendes Operationsverfahren entwickelt. Das Problem des Nachwachsens der Milz nach dem Eingriff als auch der Blutung bei Eingriffen an einem äußerst stark durchbluteten Organ konnte bei gleichzeitigem Erhalt der Abwehrfunktion durch die OP-Technik von Priv. Doz. Stöhr (Near Total Splenectomy, NTS) effektiv gelöst werden. Herr Priv. Doz. Dr. Stöhr gestaltete dadurch maßgeblich die nationalen Therapierichtlinien für die behandlungsbedürftigen Formen der hereditären Sphärozytose. Herrn Priv. Doz. Dr. med. Gerhard Stöhr, Chefarzt der Abteilung Allgemein-, Visceral- und Kinderchirurgie im Marienhospital Bottrop wurde der Ruth Erwig Innovationspreis für besondere innovative chirurgische Leistungen verliehen (hier Link) Die Durchführung der Abschlussstudie wird von der Deutschen Chirurgiestiftung mit 15.000 € unterstützt.